Andreas Schlüter

Kreuzbandverletzungen

Operation von Kreuzbandriss und -teilruptur

Kreuzbandverletzungen gehören zu den häufigsten Verletzungen bei Sportlern.

Verletzungen im Knie, insbesondere Risse des Kreuzband, müssen zwar nicht immer operiert werden, jedoch kann es sogar in Alltagssituationen zu einer Knieverletzung kommen, bei der eine Operation notwendig sein kann.

Ein Kreuzbandriss geht in der Regel mit Schmerzen und einer Schwellung des Kniegelenks einher. Bei starken Beeinträchtigungen und Schmerzen sollte in jedem Fall eine gründliche Untersuchung durch einen Kniespezialisten erfolgen, um mögliche Behandlungsschritte und wenn notwendig eine Operation der Kreuzbandruptur einzuleiten.

 

Entstehung von Kreuzbandverletzungen

Die Kreuzbänder sind wichtige Bänder im Inneren des Kniegelenks, die das Bewegungsausmaß und die Drehfähigkeit des Kniegelenks beschränken und ein stabiles Kniegelenk ermöglichen. Beim Verdrehen des Kniegelenks, oder auch beim Überstrecken, sowie bei Stößen gegen die Innen- oder Außenseite des Kniegelenks, können die Kreuzbänder reißen. In der Regel reißt häufiger das vordere Kreuzband, man spricht vom klassischen Kreuzbandriss.

Das vordere Kreuzband ist wie ein Sicherheitsgurt im Kniegelenk, es verhindert das nach vorne Gleiten des Unterschenkels und ist für die Kniegelenk­sstabilität enorm wichtig. Die einzige Möglichkeit, ein stabiles Kniegelenk zu erreichen und damit eine normale Sportfähigkeit zu ermöglichen, ist das vordere Kreuzband zu ersetzen. Ein Zusammennähen des gerissenen Kreuzbandes ist nicht möglich.

 

Wann sollte ein Kreuzbandriss operiert werden?

Insbesondere Knien von Sportlern wird viel abverlangt, weshalb eine hohe Stabilität im Kniegelenk entscheidend ist. Kommt es zum Riss eines oder mehrerer Kreuzbänder, fehlt es an Stabilität und das Ausüben des Sports ist nur noch eingeschränkt möglich. Wann immer eine hohe Instabilität im Kniegelenk vorliegt, empfehlen wir - auch bei Nichtsportlern - eine Operation der Kreuzbandruptur, da es andernfalls durch die Überlastung umliegender Strukturen zu weiteren Schädigungen kommen kann.

 

Vor der Kreuzbandriss-Operation

Vor jeder Operation werden Vor- und Nachteile des Eingriffs besprochen und jeder Patient wird umfassend über die Risiken der Operation aufgeklärt. Grundsätzlich ist die Ersetzung des Kreuzbandes ein risikoarmer Eingriff, bei dem es nur in seltenen Fällen zu Komplikationen kommt. Sollten die Nachteile eines Eingriffs überwiegen, beispielsweise bei älteren Patientinnen und Patienten mit fortgeschrittener Kniearthrose sowie bei Bedenken hinsichtlich der Risiken der Operation sehen wir in bestimmten Fällen von einem Eingriff ab.

 

Kreuzbandplastik

Beim Kreuzbandriss wird das vordere Kreuzband heutzutage in der Regel aus Sehnen der Rückseite des Oberschenkels ersetzt. Am häufigsten wird hierbei die Semitendinosussehne verwendet, die 28 bis 32 cm lang ist. Um die Stärke eines Kreuzbandes zu erreichen wird sie vierfach gelegt und vernäht. Somit erhält man ein stabiles Transplantat für die Kreuzbandplastik. Das vordere Kreuzbandtransplantat ist 7 bis 8 cm lang. Es wird über zuvor angelegte Bohrkanäle im Ober- und Unterschenkel in das Kniegelenk hineingezogen und mittels Titanplättchen und selbstauflösenden Schrauben im Kniegelenk stabil fixiert. Die Titanplättchen müssen später nicht mehr entfernt werden, sie können im Körper verbleiben.

 

Computernavigationshilfe bei Kreuzbandoperationen

Um eine korrekte Lage des neuen Kreuzbandes im Kniegelenk zu erreichen, kann die vordere Kreuzbandersatzoperation auch mit Computernavigationshilfe durchgeführt werden. Dies ist nur in wenigen Kliniken Europas möglich. Hierbei werden Sender am Ober- und Unterschenkel des Kniegelenks angebracht. Spezielle Punkte werden von einer Infrarotkamera erfasst und mittels eines Computerprogramms wird dann ein Modell des Kniegelenks errechnet. Anhand des Modells können dann die Transplantatkanäle im Ober- und Unterschenkel auf 1/10 mm genau angelegt werden.

Dies hat für den Patienten den Vorteil, dass eine falsche Lage des Kreuzbandtransplantat ausgeschlossen ist, dass die Beweglichkeit des Kniegelenks schneller wiederhergestellt ist und dass die Gefahr von Transplantatauflösungen und erneuten Kreuzbandrupturen deutlich verringert ist. Der Einsatz des Computer­navigationssystems „Orthopilot“ verlängert den operativen Eingriff von 30 auf ca. 40 bis 45 Minuten.

 

 

Nach der Operation

Nach etwa drei Monaten ist das vordere Kreuzbandtransplantat stabil im Kniegelenk eingeheilt. Es dauert danach jedoch meist noch mehrere Monate, bis die Muskulatur an beiden Oberschenkeln seitengleich ist. Aus diesem Grunde ist eine intensive Nachbehandlung und später auch ein intensiver Muskelaufbau notwendig. Erst dann kann man wieder in seiner alten Sportart aktiv sein.

 

Der stationäre Aufenthalt nach vorderen Kreuzbandersatzplastiken ist in der Regel 3-5 Tage. Danach kann der Patient rasch sein Bein wieder voll belasten. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen in der Praxis sind notwendig, um den korrekten Heilverlauf zu überwachen. Die letzte Kontrolluntersuchung sollte ein Jahr nach der Operation erfolgen.

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